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Zukunftswerkstatt

Zukunft braucht Visionen, Utopien, Träume;
damit sie Realität werden braucht man eine Werkstatt.

Bei der Zukunftswerkstatt handelt es sich sowohl um eine Methode der Sozialwissenschaft als auch um eine Beteiligungsstrategie, die lange Zeit vorrangig in der kommunalen Stadtplanung und der Gemeinwesenarbeit eingesetzt wurde. Man geht davon aus, dass Menschen als „Experten“ ihres Lebens- und Arbeitsraums viel zu dessen Neu- und Umgestaltung sowie zur Lösung vorhandener Probleme beitragen können. Die Methode ist basisdemokratisch und somit gut geeignet, die Mitbestimmungsrechte von Kindern und Jugendlichen an der Schule auszuweiten. Es geht darum, mit Hilfe der eigenen Kreativität Perspektiven für eine gemeinsame Zukunftsvision zu entwickeln. Ausgangspunkt ist dabei immer ein bestimmtes Thema (z.B. Gestaltung des Schulhofes, der Innenräume, des Tagesablaufs usw.). Der Ablauf gliedert sich in 4-5 Phasen:
In der Einstiegsphase soll den Teilnehmer/innen das Ankommen und Vertrautwerden mit der Gruppe erleichtert werden.
In der Kritikphase erfolgt eine Bestandsaufnahme der Gegenwart und es ist Platz, auch mal „Dampf abzulassen“. Dabei geht es nicht um eine Analyse der Probleme, sondern eher um eine Sammlung als Grundlage für die Weiterarbeit.
Die Visionsphase dient der Entwicklung eines Bildes der Zukunft, in der alle so arbeiten und leben können, wie sie es sich wünschen (dabei darf es auch utopisch zugehen).
In der Umsetzungsphase wird der visionäre Höhenflug wieder etwas gebremst. Es wird festgestellt, an welchen der gesammelten Ideen weitergearbeitet werden soll und wie diese umgesetzt werden können. Idealerweise endet diese Phase mit dem Erstellen eines Handlungsplans (Wer macht was und wann?).
Es ist möglich in einer Nachbereitungsphase regelmäßige Treffen der Gruppe zu vereinbaren, um weiter an der Umsetzung der Ideen zu arbeiten.
Eine Zukunftswerkstatt kann je nach Konzeption ein bis sieben Tage dauern und die Gruppe kann zwischen 12-30 Teilnehmer/innen haben. Während der einzelnen Phasen wird mit verschiedenen Methoden gearbeitet (Kartenabfrage, Brainstorming, Modellbau, Collagen, Phantasiereisen, Theater usw.). Ein bis zwei Moderator/ innen und Helfer/innen steuern den Prozess und legen die Regeln fest (keine Killerphrasen, alle Ideen dürfen angstfrei geäußert werden usw.).

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • dass der personelle, zeitliche und materielle Aufwand recht hoch ist.
  • dass die Moderatorinnen und Moderatoren in der Methode ausgebildet sein müssen.
  • dass der gesamte Verlauf sorgfältig geplant sein muss.
  • wie die konkretisierten Ideen umgesetzt werden. Wenn die Ideen im Sand verlaufen, wird die Motivation der Schülerinnen und Schüler, sich aktiv an der Gestaltung Schule zu beteiligen, sinken.

Bewährt hat sich,

  • einen ausreichend großen und über die gesamte Dauer allein der Zukunftswerkstatt zur Verfügung stehenden Raum bereitzustellen.
  • die Ergebnisse zu sichern (z.B. Abfotografieren mit Digitalkamera) und transparent zu machen (z.B. Veröffentlichung der Ergebnisse auf der Schulhomepage oder Gestaltung einer Wandzeitung).
  • Zukunftswerkstätten auch im Rahmen von „Öffnung der Schule zum Stadtteil“ einzusetzen und dabei Kinder und Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte und Partner im Stadtteil einzubeziehen.

Sarah Holze


Links, Literatur und best practice

http://cms.gymnasium-wolnzach.de/cms/front_content.php?idcat=25
Beispiel einer gelungenen Zukunftswerkstatt

www.kinderpolitik.de/methoden/content/index.html
Ausführliche Beschreibung der Methode und praktische Tipps, Kopiervorlagen usw.

Burow, Olaf-Axel/Neumann-Schönwetter, Marina u.a.: Zukunftswerkstatt in Schule und Unterricht. Hamburg 1997

Jungk, Robert/Müllert, Norbert R.: Zukunftswerkstätten. Mit Phantasie gegen Routine und Resignation. München 1989

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