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Unterricht, fachbezogener

Effektiver, problemorientierter Fachunterricht braucht Zeit –
diese Zeit bietet die Ganztagsschule.

Zentrales Element von Schule ist der Fachunterricht. Die Zahl der Fächer in den allgemein bildenden Schulen ist – historisch gesehen – zunehmend gewachsen. Informatik beispielsweise ist eines der letzten Fächer, das hinzugekommen ist. Die Gesamtzahl der zur Verfügung stehenden Stunden hat allerdings nicht entsprechend zugenommen. Insgesamt wird ein Zeitmangel im Fachunterricht beklagt. Wo und wie entstehen angesichts dieser Situation Räume für problemorientiertes Arbeiten, für Experimente, für selbstgesteuertes Lernen und dafür, auch mal falsche Lösungswege in Ruhe verfolgen zu können, um den Blick für richtige Lösungswege zu schärfen? Wo, wie und wann werden Leistungspotentiale und unterschiedliche Begabungsprofile innerhalb der Fächer gefördert? Die Halbtagsschule hat diesbezüglich sicherlich Handlungsspielräume und kann über stärkere innere Differenzierung und Methodenvielfalt einiges verbessern. Die Ganztagsschule – insbesondere die gebundene Ganztagsschule – bietet allerdings weitaus mehr Möglichkeiten, Angebote ergänzend zum Fachunterricht zu installieren, in denen die o. g. Formen des Lernens Raum erhalten. Es wäre außerdem möglich, dass die gebundene Ganztagsschule die Zahl der Fachstunden erhöhte, vorausgesetzt, sie praktiziert grundsätzlich eine andere Form des Lernens, arbeitet dezidiert schüler-, stärken- und problemorientiert, nutzt die Vielfalt der Methoden und achtet auch innerhalb der Fachunterrichtsstunden auf den Wechsel von Entspannung und Anspannung.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • dass der traditionelle Fachunterricht nicht einfach auf den Nachmittag bzw. in den Ganztag hinein verlängert werden darf.
  • ob und wie Inhalte und Arbeitsmethoden des Fachunterrichts im AG-Angebot sowie in gebundenen Freizeitangeboten sinnvoll aufgegriffen werden können und sollten.
  • wie im Schulprogramm und curricular eine Verzahnung zwischen Fachunterricht und Angeboten festgeschrieben werden kann.
  • welche Kooperationsstrukturen genutzt werden können, um den Fachunterricht und Angebote des AG- und Freizeitbereichs sinnvoll miteinander zu verbinden bzw. aufeinander abzustimmen.

Bewährt hat sich,

  • Personen, die mit dem Fachunterricht in Zusammenhang stehende Aktivitäten im AG- und Freizeitbereich anbieten, zu denjenigen Fachkonferenzen einzuladen, die eine Anbindung des Fachunterrichts an den AG- und Freizeitbereich zum Thema haben.
  • die Ganztagsangebote am Nachmittag unter Umständen durch den Leiter/die Leiterin der jeweiligen Fachkonferenz koordinieren zu lassen. Die Leitung der Fachkonferenz Musik könnte beispielsweise die Musikangebote am Nachmittag koordinieren und Kontakt zu denjenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern halten, die im außerunterrichtlichen Musikbereich tätig sind.
  • besonders begabten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, Nachmittagsangebote zu gestalten und so ihre Vermittlungsfähigkeiten zu trainieren.

Katrin Höhmann

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