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| Schulverbundenheit
Schülerinnen und Schüler, die sich mit ihrer Schule identifizieren, sind stolz darauf, in „ihre“ Schule gehen zu dürfen.
Schulverbundenheit bezeichnet den Grad der Identifikation mit der eigenen Schule, das Gefühl des Integriertseins, der Verbundenheit mit Lehrkräften und Mitschüler/innen. Sie hat sich in vielen Untersuchungen als ein zentraler Bestandteil von „sozialer Schulqualität“ erwiesen. Schulverbundenheit ist ein wichtiges Thema, für das im deutschen Schulalltag leider oft viel zu wenig Platz vorhanden ist. Das ist nicht überall der Fall: Ein gutes Beispiel für hohe Schulverbundenheit ist an amerikanischen Schulen zu finden. Viele Schülerinnen und Schüler in den USA tragen stolz T-Shirts mit dem Schriftzug ihrer Schule und es bedeutet ihnen viel, in der Schulmannschaft spielen zu dürfen. Eine hohe Verbundenheit der Kinder und Jugendlichen mit ihrer Schule führt dazu, dass der Zusammenhalt untereinander zunimmt und sich bei Problemen gegenseitig geholfen wird. Inwiefern sich Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule identifizieren, lässt sich an einer Reihe weiterer Aspekte feststellen. Dazu gehören zum Beispiel: Sind die Schülerinnen und Schüler gern an der Schule? Hat diese aus Sicht der Jugendlichen einen guten Ruf? Ist es „etwas Besonderes“, an ihr zu sein? Die Bedeutung von Schulverbundenheit im Rahmen der alltäglichen Ausgestaltung des Schullebens ist dabei offensichtlich: Jugendliche, die sich mit ihrer Schule identifizieren, achten mehr darauf, ob Tische und Wände im Gebäude beschmiert oder die Toiletten übel zugerichtet werden. Vandalismus wird demnach an einer Schule mit hoher Schulverbundenheit weniger häufig zu finden sein, als dort, wo diese Identifikation weniger stark ausgeprägt ist. Im Rahmen von Befragungen ergibt sich beim Thema „Schulverbundenheit“ an deutschen Schulen leider kein erfreulicher Befund. Schulverbundenheit ist an den meisten Schulen nur unter einer Minderheit der Schülerinnen und Schüler zu finden. Vor allem stark ausgeprägte Gefühle dieser Art sind eher selten. Dass es sich bei der fehlenden emotionalen Bindung zwischen Jugendlichen und ihrer Schule jedoch keineswegs um einen unabänderlichen Zustand handeln muss, beweisen die höchst unterschiedlichen Ergebnisse an den einzelnen Schulen: Offenbar gelingt es einigen Schulen durchaus, durch die Durchführung innovativer (und zum Teil arbeitsintensiver) Maßnahmen, ein Gefühl von Verbundenheit unter den Schülerinnen und Schülern – aber auch unter den Lehrkräften – aufzubauen. Dabei kommt nicht selten solchen Maßnahmen eine besondere Bedeutung zu, die allgemein die Attraktivität der Schule für Jugendliche erhöhen. Auch die Mitbestimmungsmöglichkeiten und die Handlungsspielräume sind entscheidend für die Entwicklung von Schulverbundenheit.
Bedacht und geklärt werden sollte,
- wie hoch die Schulverbundenheit an der jeweiligen Schule ist. Zu diesem Zweck können z.B. Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Projektes eine Fragebogenaktion oder eine mündliche Befragung der Mitschülerinnen und Mitschüler durchführen.
- dass die Schulverbundenheit in hohem Maße von den Mitspracherechten der Schülerinnen und Schüler abhängt.
- dass Schulverbundenheit nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die Lehrkräfte erstrebenswert ist.
Bewährt hat sich,
- einen „Kummerkasten“ aufzuhängen und dem Inhalt ausreichend Beachtung zu schenken. Sonst wird ihn bald niemand mehr nutzen.
- Fragebogenaktionen und Zukunftswerkstätten durchzuführen. Sie geben Hinweise auf Defizite und zeigen mögliche Handlungsstrategien auf.
Ulrich Geisler
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