zur Startseite



Schulprogramm

Das Schulprogramm ist die Basis.

Die Pädagogik im Unterricht und im Schulleben von Ganztagsschulen muss bildungs- und erziehungstheoretisch konzeptionell fundiert werden. Sie braucht als Rahmen und Grundlage ein Schulkonzept, das Teil eines Schulprogramms ist und mit kontinuierlicher Entwicklungsplanung verbunden wird. Wenn Schulen eine Kooperation mit außerschulischen Partnern eingehen, dürfen sie nicht wahllos Lern-und Freizeitangebote nach dem „Jahrmarktprinzip“ organisieren. Schulöffnung erfordert ein pädagogisch abgestimmtes Gesamtkonzept. Ganztagsbetrieb und Schulöffnung sollten nicht additive Anhängsel der Halbtagsschule darstellen, sondern integraler Bestandteil eines pädagogischen Schulprogramms der ganzen Schule sein, die sich für ihre gesamte pädagogische Arbeit einer ständigen Qualitätsentwicklung und -sicherung verpflichtet fühlt.
Die Schulkonzeptentwicklung für den Ganztagsbetrieb hängt unmittelbar mit der Entwicklung eines Schulprogramms zusammen und stellt praktisch eine Weiterentwicklung der von den Schulen entfalteten Lernkultur und des erreichten Entwicklungsstands dar. Selbstverständlich kann die Entwicklung eines Ganztagskonzepts nicht von zentralen pädagogischen Gestaltungsbereichen abgetrennt werden, denn Förderung, differenzierter Unterricht oder soziales Lernen gehören in allen Schulen zum Bildungs- und Erziehungsauftrag. Das pädagogisch-organisatorische Ganztagskonzept bezieht auch den Fachunterricht des Vormittags ein.
Mit der schriftlichen Fixierung und breit getragenen Beschlussfassung eines Konzepts hat ein Lehrerkollegium einen äußerst bedeutenden Schritt in der Entwicklung der eigenen Schule vollzogen. Das Schulprogramm ist Ausdruck des gemeinsamen Willens, die eigene Schule planvoll zu gestalten und bildet die gemeinsame Plattform für die pädagogische Arbeit: Ein zielorientiertes Leitbild wird formuliert, schulspezifische Rahmenbedingungen verdeutlicht, Arbeitsformen und Organisationslösungen entwickelt und festgelegt. Das entfaltete Konzept erlangt durch die Schriftform die notwendige Konkretisierung, Transparenz und Verbindlichkeit. Im Schulprogramm werden auch die weiteren Entwicklungsvorhaben dargestellt. Es ist daher kein Papier, das einmal und für alle Zeiten fertiggestellt wird. Das Schulprogramm hat auch die Aufgabe, den Entwicklungsprozess zu begleiten und zu dokumentieren.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • dass der Öffnungsansatz und die Kooperation mit der Jugend- und Kulturarbeit als ein tragendes Element von Ganztagsschule begriffen werden muss.
  • dass Bestandsaufnahme und Schulsituation, Ziele, Gestaltungsansätze in Unterricht und Schulleben die Schulorganisation sowie eine Entwicklungsplanung und der Evaluationsplan Bestandteile des Schulprogramms sind.
  • ob die Schule bei der Schulprogrammarbeit von außen begleitet werden soll und kann.

Bewährt hat sich,

  • bei der Schulprogrammentwicklung systematisch vorzugehen: 1. Bestandsaufnahme und Diagnose des Entwicklungsstands, 2. Zielklärung und Schwerpunktsetzung, 3. Konzeptplanung (Entwicklung von Gestaltungsansätzen im Ganztag), 4. Entwicklung und Formulierung des Gesamtkonzepts, 5. Evalutation.
  • eine Steuergruppe einzurichten und die verschiedenen Gruppen der Schulgemeinde am Entwicklungsprozess zu beteiligen, um auf breiter Ebene einen Konsens herstellen zu können.
  • folgende Aspekte ins Schulprogramm einzubeziehen: 1. Erstellung des Wochenstrukturplans, 2. Schulräumliche Planung, 3. Personaleinsatz, Teambildung und Kooperation im Kollegium, 4. Kooperation mit außerschulischen Institutionen und Organisationen, 5. Einplanung von Teilung/Differenzierung/Teamstunden, 6. Gewährleistung der Verlässlichkeit und Organisation der Vertretungsregelungen.

Heinz Günter Holtappels

GEW Logobmbf Logowochenschauverlag Logo
SucheDruckversion
Suche,Druckversion