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| Projekte
Projekte sind der Königsweg des Lernens – gerade in der Ganztagsschule.
Projekte beginnen mit den Fragen: Was ist wichtig? Worauf kommt es an? Welche Herausforderungen müssen bewältigt werden? Welche Gegenwart gilt es zu gestalten? Welche Zukunft soll entworfen werden? Projekte beginnen also mit der Identifikation von relevanten Problemen. Ist diese Aufgabe geleistet, sind Wege zu suchen, mit denen das angestrebte Ziel erreicht werden kann. Gleichzeitig müssen die personellen und materiellen Ressourcen der einzelnen Schule berücksichtigt werden. Am Ende des Projekts stehen die öffentliche Darstellung und die öffentliche Begutachtung, inwieweit das Ziel in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht erreicht wurde. Projekte sind Ernstformen des Lebens, des Lernens und des Arbeitens. Darum sind sie der Königsweg allen Lernens. Eine Ganztagsschule, in der das Projektlernen nicht einen wesentlichen Raum einnimmt (mindestens 20-30% der Lernzeit), ist keine gute Ganztagsschule.
Bedacht und geklärt werden sollte,
- wie Projekte auf allen Stufen des Bildungswesens – von der frühen Kindheit bis zum lebenslangen Lernen – gestaltet werden können.
- wie der organisatorische Rahmen von Ganztagsschule so gestaltet werden kann, dass hinreichend Zeit für diese komplexe Form des Lernens vorhanden ist.
- wie sich fachsystematische Wissenselemente mit dem Projektlernen verbinden lassen.
- wie auch diejenigen Lehrerinnen und Lehrer an diese Lernform herangeführt werden können, die in ihrer eigenen Lerngeschichte kaum Erfahrungen mit Projekten gemacht haben.
- wie die in Projekten erbrachten Leistungen gewertet werden sollen.
Bewährt hat sich,
- wenn in einem schulischen Tages-, Wochen-, Monats- und Halbjahresstundenplan Projektzeiten verbindlich gesichert werden.
- wenn Kriterien in einer Schule erarbeitet werden, die verbindlich sind und erfüllt werden müssen, damit ein Projekt von einem Curriculumrat auch genehmigt wird („Tischtennisspielen“ ist kein Projekt!).
- wenn eine genaue Projektplanung am Anfang steht, die trotzdem offen sein muss für überraschende Abweichungsnotwendigkeiten.
- wenn die Projektbeteiligten ein Projekttagebuch führen, in dem Höhepunkte genauso wie Stolpersteine festgehalten werden.
- wenn die Projekte nach ihrem Abschluss sorgfältig im Verlauf und im Ergebnis analysiert werden.
- wenn in die Projektarbeit kompetente außerschulische Partner mit einbezogen werden.
- wenn die außerschulische Relevanz eines Projekts einen hohen Stellenwert hat.
- wenn bei Projekten in Teams zusammengearbeitet wird.
- wenn die konkreten Ergebnisse der Projekte als Ausdruck des Geleisteten gewürdigt und allen Beteiligten bescheinigt werden,
- wenn nicht sachfremde Prüfungsformen über Projekte gestülpt werden.
- wenn in der Schule ein Pool wichtiger Projekte gewissermaßen auf Vorrat bekannt ist, damit auch Zweifler, die ein Projekt mit belangloser Beschäftigung verwechseln, angespornt werden, anspruchsvolle Ziele zu verfolgen.
Otto Herz
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