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Praktikum

Im Praktikum bekommen Schülerinnen und Schüler
Einblicke in die Erwachsenenwelt.

Dass Schülerinnen und Schüler im Laufe ihrer Schulzeit mindestens ein Praktikum absolvieren, ist in fast allen Bundesländern selbstverständlich geworden. Ganztagsschule bietet die Möglichkeit, ein differenzierteres Praktikumskonzept zu entwickeln.
Bei Praktika muss zunächst unterschieden werden, wann sie stattfinden und wie lang sie dauern. Es gibt Tagespraktika, im Rahmen derer Schülerinnen und Schüler einen Tag in der Woche über einen längeren Zeitraum an einer Praktikumsstelle ihr Praktikum absolvieren. Möglich sind auch Nachmittagspraktika an ein oder zwei Nachmittagen, ebenfalls über einen längeren Zeitraum. Und schließlich gibt es Blockpraktika für die Dauer von einer, zwei oder drei Wochen, bei denen die Schüler/innen über einen längeren Zeitraum durchgängig an einer Praktikumsstelle bleiben. Unterschieden wird ebenfalls zwischen Sozial- (z.B. Kindergarten, Altenheim) und Dienstleistungspraktikum (z.B. Kaufhaus, Apotheke) sowie dem Praktikum im produzierenden Gewerbe bzw. Handwerk (z.B. Kfz-Werkstatt, Fabrik). Dieses Angebot wurde kürzlich um die Möglichkeit von Auslandspraktika erweitert.
Die Praktikumsstelle muss aber nicht immer eine außerschulische sein. Für Ganztagsschulen sind Schülerpraktika besonders interessant. Bei diesen führen Schüler/innen der oberen Jahrgänge Angebote für die unteren Jahrgänge oder in der nahe gelegenen Grundschule durch. Parallel bekommen sie die Möglichkeit, einen Jugendgruppenleiterschein bei einem Jugendverband zu erwerben. Es ist nicht zwingend notwendig, dass Praktika ausschließlich der Berufswahlvorbereitung dienen; Erfahrungen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu sammeln, ist ein ebenso wichtiger Faktor.
Wichtig ist es, die Praktika systematisch zu begleiten: Dazu ist es erforderlich, Lehrkräfte oder andere pädagogische Fachkräfte für die regelmäßigen Besuche der Schüler/innen an den Praktikumsplätzen freizustellen.
Es ist außerdem notwendig, die Praktikumszeit zu dokumentieren und sich mit ihr auseinander zu setzen. Berichte sollten aus einem verbindlichen (z.B. Tagesberichte) und einem fakultativen Teil bestehen, bei dem zwischen verschiedenen Themen ausgewählt werden darf.
Die Praktika sind vor allem dann für die Schüler/innen Gewinn bringend, wenn sie in die Bildungsangebote der Schule eingebettet sind. Es bietet sich daher an, Praktika in die Fachcurricula einzubinden und über bestimmte AG-Angebote vorzubereiten.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • welche Praktika für die Schülerschaft der Schule geeignet sind.
  • inwieweit Eltern mit ihrer Berufserfahrung in die Praktikumsvorbereitung einbezogen werden können.
  • dass Praktika nicht im Betrieb der eigenen Eltern oder bei Verwandten durchgeführt werden sollten.
  • über welche Fächer und AG-Angebote Praktika vorbereitet und begleitet werden können.
  • ob es möglich ist, Praktika in das Nachmittagsangebot zu integrieren.

Bewährt hat sich,

  • den Schüler/innen die Möglichkeit zu geben, mehrere Praktika mit unterschiedlicher Zielsetzung während ihrer Laufbahn in der Sekundarstufe I zu absolvieren.
  • gute Kontakte zu den Betrieben und sozialen Einrichtungen des Stadtteils zu pflegen.
  • die Schüler/innen zu ermutigen, sich Bereichen zuzuwenden, die für sie Neuland sind.
  • eine enge Kooperation mit dem Arbeitsamt anzustreben.
  • die Suche nach einer Praktikumsstelle mit einem Bewerbungstraining zu verbinden.

Katrin Höhmann

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