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Pause

Jede Zeit ist eine wichtige Zeit! Oder:
Es gibt keine „Leerstellen“ im Ganztagsbereich.

Pausen sind eine wichtige und an vielen Ganztagsschulen konzeptionell oft vernachlässigte Phase des Schultags. Die Mittagszeit bietet beispielsweise die Möglichkeit des Mensabesuchs. Darin sollten sich die Gestaltung und das Angebot der Mittagspause allerdings nicht erschöpfen. Ein zentrales Moment für die Gestaltung der Mittagspause sind ungebundene Freizeitangebote. Hierzu gehören der Basketballkorb,
die Tischtennisplatte, die Möglichkeit, Spiele auszuleihen und ein Zugang zur Bibliothek. Aber auch gebundene Angebote, in die sich Schülerinnen und Schüler für einige Zeit verbindlich einwählen, können sinnvoll sein. Ähnliches gilt für die Frühstückspause.
Die Mittagspause umfasst an vielen Schulen eine Zeitstunde, die Frühstückspause eine halbe. Es gibt Schulen, die längere oder kürzere Mittagspausenzeiten wählen. Bei kürzeren Mittagspausenzeiten muss kritisch überprüft werden, ob noch genügend Zeit besteht, in Ruhe Essen zu gehen. Bei längeren Mittagspausenzeiten stellt sich die Frage, ob die Angebote so vielfältig sind, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Zeit sinnvoll verbringen können. Teilweise gibt es je nach Schulstufe unterschiedliche Mittags- und Frühstückspausenzeiten innerhalb der gleichen Schule. Solche Modelle sind eher kritisch zu sehen, können aber dann sinnvoll sein, wenn die Mensa bzw. Cafeteria zu klein ist, um viele Menschen
gleichzeitig versorgen zu können.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • ob die Schülerinnen und Schüler in der Pause das Schulgebäude verlassen müssen.
  • inwieweit die Möglichkeit besteht, die Klassenräume offen zu lassen.
  • welche Angebote den verschiedenen Interessen der Schülerinnen und Schüler entsprechend entwickelt werden können.
  • welche Rückzugs- und Ruheangebote in den Pausen für Schüler/innen und Lehrkräfte zur Verfügung stehen.
  • wie die Aufsichten geregelt werden und ob hierfür auch ältere Schülerinnen und Schüler, Eltern und z.B. Ehrenamtliche gewonnen werden können.
  • ob es vor dem Hintergrund sozialer Erziehungsziele in den unteren Klassen sinnvoll sein kann, die Mittagspause bzw. einen Teil der Pause im Jahrgang oder im Klassenverband zu verbringen.
  • wie der Übergang von der Mittagspause in den Nachmittag sinnvoll gestaltet werden kann.
  • klare Regelungen dafür zu treffen, ob schulnah wohnende Schülerinnen und Schüler in der Frühstücks- bzw. Mittagspause nach Hause gehen dürfen.

Bewährt hat sich,

  • die längeren Pausen für offene Werkstattangebote zu nutzen oder die Kunst- und Musikräume (unter Umständen auch die naturwissenschaftlichen Räume) zu öffnen.
  • die Sporthalle, die Bibliothek u.a. für offene Angebote zu nutzen.
  • nicht nur Aktivitäten für solche Schülerinnen und Schüler anzubieten, die sich austoben wollen, sondern auch Angebote für jene einzurichten, die Ruhe suchen.
  • neben dem Mensaangebot in der Mittagspause auch die Cafeteria offen zu halten.
  • eine Art von Silentium einzurichten, das die Schülerinnen und Schüler aufsuchen können, die in den Pausen z.B. Hausaufgaben machen möchten.
  • die sinnvolle Gestaltung der Pause zum Thema in den Klassen zu machen.
  • keine Förderangebote für Teilgruppen von Schülerinnen und Schülern in die Pausen zu legen.

Katrin Höhmann

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