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Mittagessen

Gemeinsames Essen und Trinken ist mehr als Sättigung.

Was wir essen und wie wir es zu uns nehmen hat viel größeren Einfluss auf unser Verhalten, unsere Konzentration und unser allgemeines Wohlbefinden, als gemeinhin vermutet wird. Etwa ein Drittel aller Krankheiten bei Kindern sind auf Fehlernährung zurückzuführen. Zudem besteht ein nachgewiesener Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Verhalten von Kindern und Jugendlichen. Zur Unterstützung von Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler bedarf es einer guten, gesundheitsfördernden Mittagsverpflegung. Leider sind sowohl die Einnahme eines Frühstücks wie auch gemeinsame Mahlzeiten der Familie keine Selbstverständlichkeit mehr. Hier bietet sich der Ganztagsschule die Möglichkeit, gesundheitsförderndes Essverhalten, Esskultur und Tischsitten positiv zu beeinflussen. Und auch das Schulklima wird durch das gemeinsame „Erlebnis Mittagessen“ gefördert. Daher sollte es auch im Schulprogramm einen entsprechenden Stellenwert erhalten.
Für die pädagogische Gestaltung des Mittagessens ist entscheidend, ob die Schülerinnen und Schüler in festen Tischgemeinschaften essen oder ob es ein Cafeteria-System mit Ausgabetheke und freier Platzwahl gibt. Gruppentische eignen sich besser dazu, Tischregeln zu üben, Verantwortung zu übernehmen (z.B. beim Tischdecken, bei der Tischdekoration) und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, gerade wenn im Klassenverband mit Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern gegessen wird.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • dass Kinder eher als Jugendliche ein warmes Mittagessen verlangen und akzeptieren.
  • ob sich die Schülerinnen und Schüler verbindlich zur Essensteilnahme anmelden müssen (jährlich/halbjährlich) oder ob sie sich kurzfristig entscheiden können.
  • ob das Angebot des Kiosks bzw. der Cafeteria in Konkurrenz zur Mensa steht und langfristig deren „Erfolg“ gefährdet und ob der Kiosk mit einem Angebot an ungesunden Artikeln das ausgewogene Angebot der Mensa untergräbt.
  • ob es möglich ist, mit anderen Einrichtungen, in denen Essen zubereitet wird, zusammenzuarbeiten (z.B. Krankenhaus, Universität, Altenheim).
  • dass das Angebot auch für Allergiker/innen und Vegetarier/innen geeignet bzw. entsprechend gekennzeichnet sein muss.
  • dass Kinder ausländischer Eltern oftmals andere Erwartungen an Mahlzeiten haben.
  • dass Konzentrationsschwierigkeiten häufig dadurch verursacht werden, dass Kinder zu wenig trinken.

Bewährt hat sich,

  • das Angebot von Getränken und Speisen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu entwickeln.
  • lieber kleinere Portionen auszuteilen und den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit zu geben nachzunehmen. So reduzieren sich auf Dauer Speiseabfälle und die Kalkulation wird erleichtert.
  • bei großen Schülerzahlen die Pausen für die verschiedenen Jahrgänge zeitlich versetzt zu organisieren.
  • ungesüßte Tees und Wasser zum Essen anzubieten.
  • bei mangelnder Akzeptanz die Schülerinnen und Schüler nach den Gründen zu befragen (z.B. in einer Fragebogenaktion).

Sarah Holze


Links, Literatur und best practice

http://ganztagsschule.dge.de
Die Ganztagsschulseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

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