
![]() | Mädchen- und Jungenarbeit Erziehung muss Mädchen und Jungen für einen partnerschaftlichen Umgang sensibilisieren und ihnen die Auseinandersetzung mit ihrer Rolle ermöglichen. Einen zentralen Entwicklungsschritt in der Jugendphase stellt die Ausbildung der eigenen Geschlechtsidentität dar. Hier setzt eine geschlechtsbewusste Pädagogik an, die Jungen und Mädchen befähigen will, eigene Antworten zu finden, die nicht in der Abwertung des anderen Geschlechts begründet sind. Schule ist einer der wichtigsten Orte, an denen sich Geschlechteridentität bildet. Sie muss sich diesem Prozess stellen und ihn aktiv gestalten. Ganztagsschulen bieten Zeiten und Räume, in denen Jungen und Mädchen jeweils unter sich sind, besprechen, reflektieren und gestalten können. Die Ganztagsschule als Tageseinrichtung kann hier einen wesentlichen Beitrag zur Herausbildung einer geschlechtsbewussten Rollenidentität leisten, weil sie zeitlich, räumlich und personell die nötigen Ressourcen hat. Außerdem trägt sie eine besondere Verantwortung gegenüber den Kindern und der Gesellschaft, die Grundlage für die Gleichberechtigung der Geschlechter zu legen. Jungen und Mädchen müssen eine eigenständige Geschlechtsidentität, ihre eigene sexuelle Orientierung sowie Toleranz gegenüber den Orientierungen anderer entwickeln. Wichtig ist, dass ihr Selbstbewusstsein, Selbstbild und Selbstwertgefühl nicht auf die Abwertung anderer angewiesen ist. Sie müssen darin unterstützt werden, ihre Kommunikationsfähigkeit – insbesondere ihre Wahrnehmungs- und Kooperationsfähigkeit – zu erweitern, die Fähigkeit zur eigenständigen materiellen und sozial-emotionalen Reproduktion zu entwickeln und Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen. Das Wahrnehmen eigener und fremder Grenzen, das Finden gewaltfreier Problemlösungen und die Entwicklung eines selbstkritischen Reflektionsvermögens sind Elemente einer geschlechtsbewussten Pädagogik, ebenso die Stärkung von Einfühlsamkeit und die Sensibilisierung der Sinne. Dadurch kann die eigene Handlungskompetenz erweitert werden und eine reflektierte Auseinandersetzung mit den patriarchalischen Strukturen der sie umgebenden Welt stattfinden. Bedacht und geklärt werden sollte,
Bewährt hat sich,
Michel Boltz Links, Literatur und best practice www.jungenarbeit-online.de Die Internetseite der Fachstelle Jungenarbeit des Paritätischen Bildungswerks www.lizzynet.de Internetportal für Mädchen www.leanet.de Internetportal für Frauen im Bildungswesen Derichs-Kunstmann, Karin/Auszra, Susanne/Müthing, Brigitte: Von der Inszenierung des Geschlechterverhältnisses zur geschlechtergerechten Didaktik, Wissenschaftliche Reihe, Bd. 111, Bielefeld 1999 Nyssen, Elke: Mädchenförderung in der Schule. Weinheim und München 1996 Portmann, Rosemarie: Gleich verschieden – Beispiele für eine mädchen- und jungengerechte Koedukation. Wiesbaden 1999 Sturzenhecker, Benedikt/Winter, Reinhard (Hrsg.): Praxis der Jungenarbeit. Weinheim und München 2002 | |||||
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