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Leistungsbewertung

Die Bewertung von Leistungen gehört zur Schule
wie die Kreide zur Tafel.

Bei aller Kritik an Zensuren, Notengebung, fachspezifischen Zeugnissen und Verhaltensbeurteilungen kommen Lehrkräfte nicht umhin, das (Lern-)Verhalten von Schülerinnen und Schülern zu dokumentieren und deren Leistungen zu bewerten. Und: Die Kinder und Jugendlichen haben ein Recht darauf, eine Rückmeldung zu erhalten.
Die Ganztagsschule bietet vielfältige Chancen, aus der subjektiven Lehrerbeurteilung, die sich in Ziffernzeugnissen niederschlägt, herauszukommen und neue, ergänzende und erweiternde Formen zu finden. Die Rückmeldung der erbrachten Leistung an die Schülerinnen und Schüler darf nicht mit der Verabreichung einer Note von eins bis sechs enden, sondern muss auf Grundlage einer stärkenorientierten Grundhaltung in intensive Dialoge münden. Dies können offene Gespräche mit der ganzen Klasse, aber auch intensive Einzelgespräche sein, die den Schülerinnen und Schülern helfen, ihre Stärken und Schwächen zu erkennen, gut Gemeistertes als Erfolg zu erleben und Defizite auszugleichen.
Die Leistungsbewertung in der Ganztagsschule sollte sich nicht nur auf Unterrichtsfächer beziehen, sondern auch die Bereiche von Arbeitsgemeinschaften und Projektarbeiten abdecken, die von Schülerinnen und Schülern freiwillig und zusätzlich gewählt werden. Eine Beurteilung von AGs und Projekten, die über die bloße Bestätigung der Teilnahme hinausgeht, sollte jedoch nur dann in zeugnisrelevanter Form erscheinen, wenn dies von den Schülerinnen und Schülern ausdrücklich gewünscht wird. Ob auch das außerschulische, ehrenamtliche Engagement (z.B. in Jugendverbänden, Sportvereinen oder anderen Gruppierungen) bewertet und zertifiziert werden sollte, wird in verschiedenen Modellversuchen erprobt. Die Jugendministerkonferenz hat sich im Mai 2004 mit dem Thema beschäftigt und empfiehlt eine Dokumentation des ehrenamtlichen Engagements.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • dass die Maßstäbe der Leistungsbewertung bei aller Subjektivität transparent und gerecht sein müssen.
  • dass es Möglichkeiten geben muss, gegen die Leistungsbewertung Einspruch zu erheben und sie zu hinterfragen.
  • dass Schülerinnen und Schülern signalisiert werden muss, dass sie sich mit Fragen zum Stand ihrer Leistungen jederzeit an die Lehrkräfte wenden können.
  • wie nicht unterrichtendes Personal, also Schulsozialarbeiter und außerschulische Partner, in die Leistungsbewertung einbezogen werden können.

Bewährt hat sich,

  • dass sich auch Lehrkräfte der Leistungsbewertung von Schülerinnen und Schülern stellen.
  • dass für die Besprechung von Leistungsbewertungen in regelmäßigen Abständen ausreichend Zeit eingeplant wird.

Bernhard Eibeck


Links, Literatur und best practice

www.schule.suedtirol.it/blikk/angebote/reformpaedagogik/rp55070.htm
Eine kurze kritische Betrachtung der Leistungsbewertung

Themenschwerpunkt „Fördern und Ermutigen“ in Heft 7-8/2004 der Zeitschrift Pädagogik (Beltz)

Winter, Felix: Leistungsbewertung. Eine neue Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit den Schülerleistungen. Hohengehren 2004

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