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Jugendkulturarbeit

Kultur öffnet Welten: Ganztagsschulen sind der ideale Ort,
um schulisches Lernen und kulturelle Bildungsarbeit
miteinander zu verbinden.

Gemeinsam Musik machen, auf der Theaterbühne eine ganz neue Rolle spielen, mit der Kamera einen Videoclip drehen, eine eigene Webseite gestalten, mit Graffitis den Schulhof verändern oder mit einem Jugendzirkus eine Vorstellung auf die Beine stellen – fragen Sie einmal die Schülerinnen und Schüler Ihrer Klasse, ob sie Interesse an solchen Aktionen haben! Jungen und Mädchen sind in der Regel mit Begeisterung bei der Sache, wenn es um künstlerische und kulturelle Angebote geht. Aktionen wie diese bieten die Möglichkeit zum entdeckenden Lernen in eigener Regie, zum Ausprobieren und Experimentieren, Fehler-machen-Dürfen und – wichtig und nicht zu vergessen – zu Spaß und Lebensfreude. Aber es ist nicht allein der Spaß, der Aktivitäten wie diese so wertvoll macht. Neben den kreativen Fähigkeiten erwerben die Heranwachsenden wichtige Schlüsselkompetenzen wie Selbstvertrauen, Verlässlichkeit, Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen. Und genau diese Schlüsselkompetenzen sind es, die junge Menschen neben einer soliden Schul- und Berufsausbildung brauchen, um ihr Leben jetzt und in Zukunft verantwortungsvoll meistern zu können.
Ganztagsschulen bieten Raum und Zeit für die kulturpädagogische Arbeit. Dabei hat es sich als sinnvoll und Gewinn bringend für alle Beteiligten erwiesen, dass sich die Schulen dafür Partner suchen.
Außerhalb des schulischen Lebens und Lernens hat sich in den letzten 30 bis 40 Jahren eine ausdifferenzierte Fachstruktur entwickelt, die im Arbeitsfeld der kulturellen Kinder- und Jugendbildung (die Begriffe „Kinder- und Jugendkulturarbeit“ sowie „Kulturpädagogik“ werden in der Regel synonym gebraucht) tätig ist. Vor Ort sind das z.B. Jugendkunst- und Musikschulen, Medienwerkstätten und Bibliotheken, Kindermuseen und Spielmobile, Musikvereine und Kindertheater. Aber auch die „Hochkultureinrichtungen“ wie Opern und Museen, Theater und Orchester gehören zu diesem Netzwerk und leisten eine qualifizierte kulturelle Kinder- und Jugendarbeit.
Die meisten Vereine und Einrichtungen in den Städten und Gemeinden sind geeignete Partner mit langer Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Schulen. Sie verfügen über qualifiziertes Personal (Kulturpädagogen, Musikschullehrer, Theaterpädagogen u.a.) mit neuen Ideen, Methoden und Arbeitsweisen, die sich bereichernd auf das gesamte Schulleben auswirken können. Diese Einrichtungen verstehen sich, wie Schulen auch, als Bildungsanbieter mit einem eigenen Bildungsanliegen, das sich an der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen orientiert.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • welche Vereine und Einrichtungen der kulturellen Bildung sich im Umfeld der Schule befinden und welche davon den Interessen von Schüler/innen und Eltern sowie dem Profil der Schule entsprechen.

Bewährt hat sich,

  • dass sich die Kooperationspartner gegenseitig gut kennen lernen, gemeinsam ein Konzept entwickeln und einen regelmäßigen Austausch mit festen Ansprechpartnern verabreden.
  • für die Kulturarbeit eigene Räume einzuplanen. Multifunktionsräume sind in der Regel nicht hilfreich (z.B. beim Arbeiten mit Farben, damit Dinge liegen gelassen werden können etc.).
  • die Schulräume hin und wieder zu verlassen. Die Ganztagsangebote können auch in der Jugendkunstschule, im Theater oder im Museum stattfinden. Ortswechsel eröffnen neue Bildungschancen.

Ina Bielenberg


Links, Literatur und best practice

www.bkj.de
Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e.V.

www.kultur-macht-schule.de
BKJ-Projekt zur fachlichen Begleitung und Umsetzung von Kooperationen zwischen Schulen und Trägern kultureller Bildungsarbeit

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