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| Jahrgangsmischung
Jahrgangsmischung ist ein wichtiges organisatorisches Prinzip in Ganztagsschulen, um die Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten von Schülerinnen und Schülern zu erweitern.
Jahrgangsmischung ist der bewusste organisatorische, didaktische und pädagogische Umgang mit Altersmischung. Altersmischung ist zurzeit ein verbreitetes Phänomen in Schulklassen, das Lehrkräften allerdings häufig nicht bewusst ist und auf das z.B. in der Planung von Unterrichtsinhalten nicht reagiert wird. Altersmischung entsteht durch die Zurückstellung von Schülerinnen und Schülern, das Sitzenbleiben und das Überspringen von Klassen. So kann der Altersunterschied innerhalb einer Klasse bis zu vier Jahre betragen. Ganztagsschule wird mit Jahrgangsmischung auf jeden Fall im Bereich der offenen Pausen und der Freizeitangebote konfrontiert. Zusätzlich ist zu überlegen, ob nicht auch AG- und Förderangebote jahrgangsgemischt sein sollten. Unter anderem aus der Laborschule und der Reformschule Kassel liegen positive Erfahrungen mit Jahrgangsmischung auch im unterrichtlichen Bereich vor. Ganztagsgrundschulen werden sich z.B. in NRW durch die flexible Eingangsphase intensiv mit Jahrgangsmischung auf der Unterrichtsebene auseinander setzen. Durch Jahrgangsmischung kann auch sinnvoller darauf reagiert werden, dass manche Schülerinnen und Schüler etwas mehr Zeit für ihren Lernprozess benötigen und andere weniger. Aber auch in Hinblick auf das Ausbilden sozialer Kompetenzen erweist sich Jahrgangsmischung häufig als guter Organisationsrahmen. Gerade für gebundene Ganztagsschulen, die die Chance haben, den Schultag anders als die Halbtags- oder die offene Ganztagsschule zu rhythmisieren, kann die Jahrgangsmischung eine wichtige Erweiterung der konzeptionellen Überlegungen sein. An kleinen Ganztagsschulen bietet Jahrgangsmischung außerdem die Möglichkeit, die Angebotspalette im Wahlpflicht-, AG- und Freizeitbereich zu erweitern und somit die Alternativen für die Schülerinnen und Schüler zu erhöhen.
Bedacht und geklärt werden sollte,
- wie sich die Altersmischung in den Klassen darstellt.
- welche Möglichkeiten und Probleme durch die real existierende Altersmischung bestehen und ob Jahrgangsmischung eine Antwort zur Verbesserung der Situation sein kann.
- welche Angebote in der jeweiligen Ganztagsschule bestehen und welche sich aufgrund der konkreten Situation vor Ort am besten für Jahrgangsmischung eignen.
- wie die Jahrgangsmischung in welchen Bereichen mit welchem Ziel gestaltet werden soll. Es können z.B. zwei oder drei Jahrgänge gemischt werden (z.B. 5/6 oder 5/6/7), die Jahrgangsmischung kann aber auch über alle Jahrgänge (z.B. 5-10) praktiziert werden.
Bewährt hat sich,
- die Entscheidung für jahrgangsgemischte Gruppen im Vorfeld auch mit Eltern und Schülerinnen und Schülern zu diskutieren.
- auch in jahrgangsgemischten Gruppen sehr restriktiv mit dem längeren oder dem verkürzten Verbleib in der Jahrgangsmischung umzugehen.
- Jahrgangsmischung, die Öffnung von Unterricht und eine systematische Gestaltung von individuellen Lernwegen und deren Förderung aneinander zu koppeln.
Klaus-Jürgen Tillmann
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