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Hausaufgaben

Ganztagsschule bietet die Möglichkeit, Hausaufgaben
organisatorisch und inhaltlich sinnvoll zu gestalten.

Hausaufgaben gehören zum festen, wenn auch nicht unumstrittenen Bestandteil des schulischen Alltags. Im Idealfall sind sie in ein durchdachtes didaktisches Konzept und in die pädagogische Gesamtkonzeption der Schule eingebunden. Ganztagsschulen entlasten die familiäre Situation, indem sie eine Hausaufgabenbetreuung in der Schule anbieten. Ganztagsschulen lassen hoffen, dass die Koppelung von Leistung und sozialer Herkunft – nicht zuletzt durch die Betreuung der Hausaufgaben – entschärft wird.
Der Wunsch nach Hausaufgabenbetreuung stellt eines der ersten Argumente in der Diskussion für die Ganztagsschule dar. Hausaufgaben machen nur dann Sinn, wenn sie in sinnvoller Form gestellt und im Unterricht aufgegriffen werden. Sie sollen den Lernstand überprüfen und dienen als Anknüpfungspunkt. Ganztagsschulen – ob gebunden oder offen gestaltet – bieten einen geeigneteren Rahmen als Halbtagsschulen, Hausaufgaben zu einem sinnvollen didaktischen Moment werden zu lassen. Gebundene Ganztagsschulen sind jedoch aufgrund der vielfältigeren didaktischen Möglichkeiten, Hausaufgabenphasen in den Unterricht bzw. in den Tagesrhythmus einzubinden und sie so zu Schulaufgaben werden zu lassen, interessanter als offene Ganztagsschulen. Im Rahmen der Individualisierung eines Unterrichts, in dem Zeit besteht, sich Themen und Inhalten differenzierter zu nähern, können Hausaufgaben zu einem Teil der regulären Unterrichtsstunde werden. Üben, Vertiefen, Übertragen, Recherchieren und Anwenden werden zu Teilen von Lernsituationen, die insgesamt mehr Zeit bieten.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • ob die Hausaufgabenbetreuung jahrgangshomogen oder jahrgangsheterogen stattfinden soll.
  • ob ein besonderer Raum dafür eingerichtet werden soll.
  • ob ein hausaufgabenergänzender Aufgabenpool geschaffen werden soll, der von den Schülerinnen und Schülern zur Vertiefung genutzt werden kann.
  • wie der Informationsfluss zwischen den Lehrerinnen und Lehrern, die am Vormittag die Aufgaben stellen, und den Kräften in der Hausaufgabenbetreuung gesichert werden kann.
  • dass die fachliche Betreuung durch fachspezifische Ansprechpartner sichergestellt sein muss.
  • dass eine Recherchemöglichkeit angeboten werden muss. Dies kann ein Internetzugang, aber auch die Schul- bzw. Stadtteilbibliothek sein.
  • dass ruhige Räume geschaffen werden müssen, in denen die Hausaufgaben erledigt werden können (nicht z.B. die Cafeteria).

Bewährt hat sich,

  • bei der Betreuung der Hausaufgaben in Hinblick auf das Personal nicht zu sehr zu improvisieren. Eltern und Ehrenamtliche stellen eine wichtige Ergänzung dar, ersetzen aber keine pädagogischen Fachkräfte.
  • die Teilnahme an der Hausaufgabenbetreuung mit den Eltern und den Schülerinnen und Schülern verbindlich zu vereinbaren, damit eine Kontinuität entstehen kann.
  • den Hausaufgabenbereich zu einem Teil des gesamten Förderkonzeptes werden zu lassen.

Katrin Höhmann

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