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Gewerkschaften

Die Gewerkschaften im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB)
können wichtige Funktionen für Ganztagsschulen haben.
Es empfiehlt sich, sie einzubeziehen.

Ganztagsschulen sind eine langjährige Forderung der Gewerkschaftsbewegung in Deutschland – nicht nur der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, sondern auch der übrigen Gewerkschaften im Deutschen Gewerkschaftsbund. An den Erklärungen des DGB z.B. wird deutlich, wie lange Veränderungsprozesse in Deutschland brauchen. So haben DGB, BDA (Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände) und weitere gesellschaftliche Gruppen schon Anfang der 90er-Jahre zum ersten Mal gemeinsam die Forderung nach Ganztagsschulen erhoben und sie 2003 erneuert. Daran zeigt sich, dass schulischen Ganztagsangeboten nicht nur pädagogische sondern auch sozial- und familienpolitische sowie ökonomische Bedeutung zugemessen wird. Die GEW hat in ihren Beschlüssen immer wieder betont, dass sie diese vielfältigen Funktionen kennt, die pädagogische Bedeutung und die Möglichkeiten zur pädagogischen Schulreform jedoch in den Vordergrund stellt und versucht, diese Ziele mit den Interessen der Beschäftigten auszubalancieren. Die GEW verfolgt damit konsequent ihren ganzheitlichen bildungspolitischen Ansatz, der davon ausgeht, dass gute Arbeits- und Lernbedingungen in einem engen Zusammenhang stehen müssen, damit die Schule ihrer gesamtgesellschaftlichen Verpflichtung nachkommen kann.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • dass Eltern in der großen Mehrzahl Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind. Daher beurteilen sie Schulen auch in Hinblick darauf, wie Familienarbeit und Berufsleben unter einen Hut gebracht werden können. Viele Gewerkschaften messen deshalb vor allem der Betreuungsfunktion der Schule eine besondere Bedeutung zu.
  • dass die Gewerkschaften als Partner der Schule eine unterstützende Funktion einnehmen können, indem sie Kontakte zu Betrieben vermitteln. So entwickeln beispielsweise IG Metall und GEW zur Zeit ein gemeinsames Konzept für “Arbeitskreise Schule und Gewerkschaften”, in denen sich Mitglieder, die schulpflichtige Kinder haben, Lehrkräfte und SchülerInnen austauschen und auch fortbilden können. Es sollte überlegt werden, welche Gewerkschaften außer der GEW “vor Ort” als Partner der Schule in Frage kommen (z.B. für die kommunale Lobbyarbeit).
  • wie sich die Zusammenarbeit gestalten kann. Können Gewerkschaften oder Betriebs- und Personalräte bei der Vermittlung von Betriebspraktika behilflich sein, und zwar sowohl für Schülerinnen und Schüler wie für Lehrkräfte?

Bewährt hat sich,

  • bereits vor der „heißen“ Planungsphase Kontakte zu Gewerkschaften zu knüpfen und deren Anregungen aufzugreifen.
  • Gewerkschaftsvertreter zu Schulaktivitäten einzuladen (Tag der offenen Tür, Feiern).
  • Kontakte zu Firmen und Einrichtungen nicht nur auf Managementebene zu pflegen, sondern auch die Betriebs- und Personalräte einzubeziehen.
  • Jugendvertreter zu Informationsveranstaltungen einzuladen und berufsorientierende Unterrichtsmaterialien der Gewerkschaften zu nutzen.

Marianne Demmer


Links, Literatur und best practice

www.gew.de
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

www.dgb.de
Der Deutsche Gewerkschaftsbund

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