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Gewaltprävention

Gewaltprävention ist eine Querfunktion
aller Bereiche von Ganztagsschule.

Gewalt an der Schule ist ein heikles Thema und viele Lehrkräfte fühlen sich gegenüber extremen Ausprägungen von Gewalt hilflos. Gewalt hat viele Gesichter: Körperliche Übergriffe, verbale Attacken, Erpressung, Diebstahl, Bandenbildung und Mobbing sind nur einige Stichworte in diesem Zusammenhang, wobei Gewalt nicht allein ein Phänomen zwischen Schülerinnen und Schülern ist. Auch Lehrkräfte sehen sich teilweise gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt bzw. agieren Schüler/innen gegenüber selbst gewalttätig. Hinzu kommen Gewalttätigkeiten von Schulfremden. Eine Schule, in der man sich bedroht fühlt, ist kein Ort, an dem man sich gerne den ganzen Tag aufhält.
Gewaltprävention ist ein Thema, das nicht auf einige Unterrichtseinheiten beschränkt bleiben darf. Es muss Prinzip der Schule sein. Im Fokus „Gewaltprävention“ müssen zum Beispiel Jungen- und Mädchenarbeit, Drogenprävention und Elternarbeit an einem Strang ziehen. Gewaltprävention vollzieht sich auf verschiedensten Ebenen: Wie man mit Konflikten umgeht, leben Lehrkräfte Schüler/innen vor. Schulkultur betrifft alle Elemente des täglichen Umgangs miteinander und mit Konflikten. Zur Schulkultur gehören auch die Schulordnung, an der alle mitarbeiten sollten, und klare Regeln für den Umgang mit Regelverstößen, an die sich alle halten.
Auf der Ebene der Jahrgänge sollten Programme institutionalisiert werden (z.B. ein Workshop zum Thema „Streiten“ oder Patenschaften, bei denen die Großen den Kleinen gegenüber gelebte Verantwortung praktizieren).
Auf der Ebene der Klassen dürfen Schüler/innen nicht die Erfahrung machen, dass Probleme weggeschoben oder verschoben werden. Das Verhalten Aggressionen und Gewalt gegenüber kann besonders gut im Klassenverband trainiert werden. Respekt und Achtung vor dem Anderen müssen gelernt und gelebt werden (z.B. durch Gesprächsregeln).
Auf der Ebene der Lehrkräfte sind klare Absprachen, das gemeinsame Pochen auf die Einhaltung von Regeln und ein vorbildhafter Umgang mit Konflikten und Aggressionen wichtig.
Im Zentrum aller pädagogischen Überlegungen muss die Persönlichkeitsstärkung der einzelnen Schülerinnen und Schüler stehen.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • wer bei der Entwicklung eines umfassenden Konzepts der Gewaltprävention die Schule beraten und daran mitarbeiten kann (Jugendamt, Polizei, Schulpsychologe etc.).
  • dass Regeln ernst genommen werden müssen und sich alle daran halten.
  • dass die Schulordnung allen bekannt ist.
  • dass Lehrkräfte und die anderen pädagogischen Mitarbeiter/ innen der Schule eng zusammenarbeiten.
  • dass das Reagieren und zur Kenntnis nehmen von Gewalt keine Frage dessen ist, ob man im Dienst ist oder nicht.

Bewährt hat sich,

  • die Schulordnung in regelmäßigen Abständen mit den Schüler/ innen zu diskutieren und zu überarbeiten.
  • Streitschlichtung fest in der Schule zu etablieren und ihr einen hohen Stellenwert zu geben.
  • Demokratieerziehung, geschlechterbewusste Jungen- und Mädchenarbeit und Gewaltprävention in Abhängigkeit voneinander zu praktizieren.
  • außerschulische Trainingsangebote der Jungendhilfe und -arbeit zu nutzen.
  • statt der üblichen Maßnahmen (Ausschluss vom Unterricht etc.) Sozialstunden einzuführen (Prinzip der Wiedergutmachung).
  • vertragliche Regelungen zwischen Schule und Schüler/innen zur Prävention oder bei Konfliktfällen zu vereinbaren.
  • in extremen Fällen gewalttätiger Übergriffe Strafanzeige zu stellen.

Michel Boltz/Katrin Höhmann

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