zur Startseite



Gesundheitsförderung

Ohne Gesundheitsförderung macht Ganztagsschule krank.

Ein Drittel des Tages verbringen die Schülerinnen und Schüler an der Schule. Lehrkräfte sind nicht nur Vorbilder und Bildungsvermittler, sondern schaffen auch die Rahmenbedingungen, unter denen Leben und Lernen stattfinden. Diese Verantwortung verpflichtet, für die eigene gesundheitliche Entwicklung und für die der Kinder und Jugendlichen zu sorgen.
Essenszubereitung und Nahrungsmittelkreislauf sind fächerübergreifende Themen mit direktem Bezug zum Alltag. Von Biochemie bis Monokultur, von Weltwirtschaft bis zur häuslichen Rollenverteilung kann und muss der Lerninhalt mit der Lebenswirklichkeit in Beziehung gebracht werden.
Wenn Schule die Kinder und Jugendlichen zu mündigen Menschen erziehen will, muss nach deren Bedürfnissen gefragt werden. Dabei stellt Gesundheitsförderung kein Relikt aus der Öko-Bewegung, sondern ein aktuelles Anliegen dar. Eine Befragung zum Thema „Gesundheit in der Schule“ in einer Bielefelder Hauptschule lieferte folgende Ergebnisse:
Beim Schulfrühstück und in der Cafeteria soll es neben gesunden Brötchen mit Salatanteil auch Obst, Joghurt und zuckerfreie Getränke geben. Bei der Zubereitung ist Frische die wichtigste Voraussetzung. Die Kinder und Jugendlichen können und sollen dabei einbezogen werden. Das spart Kosten und steigert die Verantwortlichkeit.
Qualität und Menge des Mittagessens wirken sich direkt auf die Gesundheit aus. Fehlernährung und Essstörungen sind vermeidbar. Es ist nicht zu leugnen, dass ab Sekundarstufe I verstärkt geraucht wird. Es muss weiter daran gearbeitet werden, dass rauchende Kinder und Erwachsene an der Schule nicht allgegenwärtig sind, ohne sie jedoch ins soziale Abseits zu drängen.
Im Rahmen der Schulhofgestaltung sollten Flächen entsiegelt, kreative Elemente eingebaut, Erde, Bäume und Skulpturen genutzt sowie Bewegung und Entspannung gefördert werden. Die Schülerinnen und Schüler fordern Sitzgelegenheiten.
Sportangebote müssen die Schülerinnen und Schüler erreichen (ab Jahrgang 7 auch in getrennten Gruppen). Kinder und Jugendliche sind dankbar für neue Spiele abseits von Fußball und Gymnastik. Bewegung in den Pausen und Betreuungszeiten kann gefördert werden, indem attraktive Angebote unterbreitet werden. Das nützt mehr als erzwungene Frischluftaufenthalte. Eine Beteiligung von Schülerinnen und Schülern an der Aufsicht und an der Spiel- und Sportgeräteausgabe bietet sich an.
In eine Ganztagsschule gehört ein Raum, der Ruhe ermöglicht und eine gemütliche Atmosphäre verbreitet.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • dass Gesundheit nicht nur Thema für eine Lehrerdelegation ist, sondern die ganze Schulgemeinschaft betrifft.
  • Essen und Trinken für die Schülerinnen und Schüler so preiswert anzubieten, dass auch weniger gesundheitsbewusste Eltern die Teilnahme ihrer Kinder an den Mahlzeiten unterstützen.
  • dass es wichtig ist, viel zu trinken. Darum sollte das Trinken auch im Unterricht erlaubt sein.
  • dass Leitungswasser gesund, kostengünstig und fast immer verfügbar ist.

Bewährt hat sich,

  • Schüler/innen und Eltern in die Zubereitung und Bereitstellung von Schulmahlzeiten einzubeziehen.
  • gute Stühle anzuschaffen. Sie halten länger als Sitzbälle oder -kissen. Wichtig für ein gutes Rückgrat ist der Wechsel von Sitzen und Bewegung.
  • Fortbildungen zum Thema Gesundheitsförderung anzubieten.
  • Aspekte der Gesundheitsförderung in das Schulprogramm aufzunehmen.

Michel Boltz


Links, Literatur und best practice

www.learn-line.nrw.de/angebote/gesundids
Umfangreiche Internetseite des Projektes OPUS-NRW zu Themen wie Ernährung, Lehrergesundheit, Bewegung, Prävention usw.

GEW Logobmbf Logowochenschauverlag Logo
SucheDruckversion
Suche,Druckversion