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| Ganztagsschule in gebundener Form
In gebundenen Ganztagsschulen ist es möglich, Betreuung und Bildung für alle Kinder und Jugendlichen in optimaler Weise zu verbinden.
Gebundene Ganztagsschulen zeichnen sich strukturell dadurch aus, dass sie für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich sind. Laut KMK-Definition vom 27.03.2003 gelten Schulen dann als gebundene Ganztagsschulen, wenn Schülerinnen und Schüler verpflichtet sind, an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen. Hinsichtlich der Betreuung bieten gebundene Ganztagsschulen alle Möglichkeiten der offenen Ganztagsschule, sind diesen aber in vielen Bereichen überlegen. Erst im Kontext gebundener Ganztagsschule kann es gelingen, Schule grundsätzlich zu verändern und eine andere Lernkultur zu etablieren. Dadurch, dass alle Schülerinnen und Schüler verbindlich in der Schule anwesend sind, kann der Tageslauf grundsätzlich verändert werden. Phasen von Anspannung und Entspannung können sinnvoll aufeinander bezogen und der Stundenplan kann so gestaltet werden, dass längere Unterrichts- und Arbeitsphasen für Projekte entstehen. Die gebundene Ganztagsschule ist eine Schule, die sich an alle Schülerinnen und Schüler wendet und keineswegs eine Restschule für Problemfälle.
Bedacht und geklärt werden sollte,
- wie die Raumsituation in Hinblick auf den Ganztag neu gestaltet werden kann.
- wie das Mittagessen organisiert werden sollte, ob es z.B. im Sinne sozialer Erziehung gestaltet werden kann (z.B. Essen im Klassenverband).
- wer für die Organisation des Ganztags verantwortlich ist. Es könnte sinnvoll sein, eine Steuergruppe zur Begleitung der Ganztagsentwicklung und -gestaltung einzurichten.
- ob gesonderte Hausaufgabenzeiten notwendig sind oder Hausaufgaben in den Unterricht bzw. in den Klassenverband integriert werden können/sollten.
- wie Förderung organisiert werden sollte, ob sie im Klassenverband, in Kursen, jahrgangsweise oder jahrgangsübergreifend stattfinden kann/soll. Dabei ist es sinnvoll, die Jugendarbeit, Vereine und kulturelle Einrichtungen im Umfeld mit einzubeziehen.
- Lehrerinnen und Lehrern Arbeitsplätze in der Schule einzurichten.
- dass Angebote auf die diversen Schülergruppen (Migranten, Mädchen, Jungen, Hochbegabte) ausgerichtet werden.
- dass Ganztagsschule mehr ist, als den ganzen Tag Schule.
Bewährt hat sich,
- das Schulprogramm auf den Ganztagsbereich auszurichten.
- mit dem Kollegium abzustimmen, wer im Nachmittags- und wer im Vormittagsbereich arbeiten möchte.
- unterschiedliche pädagogische Fachkräfte in das Kollegium zu integrieren.
- möglichst viele Fächer, die in einer Klasse unterrichtet werden, in die Hand weniger Lehrkräfte zu legen, um z.B. Formen offenen Unterrichts zu erleichtern.
Katrin Höhmann
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