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Ganztagsangebote

Ganztagsschule ist mehr als Unterricht.
In ihr finden sich vielfältige Ganztagselemente,
die sinnvoll aufeinander abgestimmt werden müssen.

Neben dem Unterricht gibt es an Ganztagsschulen eine vielfältige Angebotsstruktur. Die einzelnen Formen unterscheiden sich vor allem in zwei Punkten: a) dem Grad der Verbindlichkeit (sind sie offen oder gebunden?) und b) der Gestaltung der Lernarrangements. Nachfolgend werden verschiedene Angebote vorgestellt, wobei Mischformen natürlich ebenfalls zu finden sind.
Bei Arbeitsgemeinschaften/AGs handelt es sich um unterrichtsähnliche Veranstaltungen, die nicht benotet werden, bei denen es aber eine klare Zielorientierung gibt. Statt Noten gibt es häufig Zertifikate. Freizeitangebote sind solche Aktivitäten, die nicht in der durch Unterricht und AGs belegten Schulzeit liegen und die häufig durch sozialpädagogische Fachkräfte beaufsichtigt und betreut werden. Eine Benotung ist nicht vorgesehen. Es sind keine vorstrukturierten Angebote (wie z.B. der Bauspielplatz oder der Schulzoo). Erwachsene begleiten und beraten die Schülerinnen und Schüler allerdings dann, wenn dies gewünscht wird oder notwendig ist. Zu diesen Angeboten gehört auch die Hausaufgabenbetreuung.
Offene Freizeitangebote lassen den Schülerinnen und Schülern täglich die freie Wahl, was sie tun und welches Angebot sie wahrnehmen wollen. „Offenes Freizeitangebot“ kann auch bedeuten, dass die Schülerinnen und Schüler entscheiden können, ob sie an Angeboten teilnehmen oder nach Hause gehen möchten.
In die gebundene Freizeitangebote wählen sich Schülerinnen und Schüler für einen gewissen Zeitraum verbindlich ein. Dies kann für eine Woche oder einen Monat sein. Längere Festlegungen sind nur selten sinnvoll.
Pausenangebote sind Angebote in den Zeiten zwischen Unterrichts- oder AG-Blöcken bzw. in der Mittagszeit.
Offene Pausenangebote bieten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, jeden Tag frei zu wählen, ob und wohin sie gehen. Zu solchen Angeboten gehören z.B. die für Sport und Spiel geöffnete Sporthalle und Werkstattangebote (z.B. die Holz- oder Musikwerkstatt).
Im Gegensatz zum offenen Pausenangebot verpflichten sich die Schülerinnen und Schüler im gebundenen Pausenangebot für einen gewissen Zeitraum zur verbindlichen Teilnahme. Es gibt auch Schulen, in denen die Schüler/innen verpflichtet sind, sich in bestimmten Jahrgängen (z.B. 5/6) in ein Angebot einzuwählen.
Der Offene Anfang bzw. das Offene Ende bietet die Möglichkeit, den Schultag an seinen zeitlichen Polen zu flexibilisieren. Kennzeichen für einen Offenen Anfang ist, dass die Schülerinnen und Schüler bereits etwa eine halbe/eine Stunde vor Unterrichtsbeginn in die Schule und meistens auch in die Klassenräume können. Im Sinne offener Freizeitangebote haben sie unter Umständen die Möglichkeit, entsprechende Angebote zu nutzen (z.B. Bibliothek), in ihren Klassenräumen zu spielen, an ihren Projekten zu arbeiten oder zu lesen.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • wie die Ganztagsangebote aufeinander abgestimmt und voneinander abgegrenzt werden können.
  • jede Angebotsform unter den Aspekten „Betreuung“, „Bildung“ und „Erziehung“ zu betrachten.

Bewährt hat sich,

  • darauf zu achten, dass auch offene Freizeit- und Pausenangebote einen wichtigen Stellenwert in der Planung haben.
  • in gebundenen Ganztagsschulen Freizeit- und AG-Angebote in den Vormittag zu holen und Unterrichtsstunden auf den Nachmittag zu legen.

Katrin Höhmann/Thomas Schnetzer

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