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| Fortbildung
Die Arbeit an Ganztagsschulen gelingt umso besser und befriedigender, je professioneller alle Beteiligten ihre Aufgaben erfüllen (können).
Die traditionelle Form von Schule in Deutschland ist die Halbtagsschule. Die wenigsten Lehrkräfte sind für den Ganztagsbetrieb ausgebildet oder konnten bisher eigene Erfahrungen in diesem Bereich sammeln. Deshalb ist Fortbildung ein wichtiges Element beim Aufbau und der Entwicklung von Ganztagsschulen. Anzunehmen, die Ganztagsschule machte sich „mit links“ und bestünde bestenfalls aus einem veränderten Zeitmanagement, ist ein Trugschluss. Obwohl alle Bundesländer verstärkte Anstrengungen beim Ausbau von Ganztagsangeboten unternehmen, sucht man systematische Fortbildungsangebote vergebens. Fakt ist aber, dass ein ganztagsspezifischer Fortbildungsbedarf besteht, und zwar für alle beteiligten Gruppen: von den Schulleitungen über die Lehrkräfte und andere pädagogische Professionen bis hin zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Freizeitbereich und Eltern. Bedeutsame Themen sind zum Beispiel: Wie soll das ganztagsspezifisches Schulprofil aussehen? Welche Leitideen, welche „Philosophien“ prägen die einzelne Schule? Welchen veränderten Anforderungen muss die Schulleitung gerecht werden? Individuelle Förderung – wie geht das praktisch? Was ist ein rhythmisierter Schultag? Welcher Raumbedarf besteht? Welche Teams sollen gebildet werden und wie lernen Einzelkämpfer Teamarbeit? Zusammenarbeit verschiedener Professionen – wie geht das und was ist zu bedenken? Wie können Eltern und kommunales Umfeld einbezogen werden? Wie ist das professionelle Selbstverständnis der beteiligten Professionen?
Bedacht und geklärt werden sollte,
- dass Veränderungsprozesse fortbildungsintensiv sind.
- dass Fortbildung Zeit und Geld kostet – sie muss in einem Kosten-Nutzen-Verhältnis gesehen und deshalb sorgfältig geplant werden.
- dass man ein gutes Fortbildungskonzept daran erkennt, dass der Bedarf der Schule und die Interessen der sich Fortbildenden ausbalanciert werden.
- welche Fortbildungsschwerpunkte erkennbar sind.
- in welcher Reihenfolge dieser Fortbildungsbedarf bearbeitet wird.
- welche personelle Zusammensetzung günstig ist.
- welche Organisationsform sich anbietet (z.B. Exkursion, schulinterne Fortbildung, Gruppen-Coaching, Supervision).
- wer die Fortbildung zahlt.
- was zu tun ist, wenn es keine geeigneten Angebote gibt.
Bewährt hat sich,
- auf der Basis der eigenen schulischen und personellen Situation ein individuelles Fortbildungskonzept zu erstellen.
- schon vor der „heißen“ Planungsphase einen Erfahrungsschatz aufzubauen, indem die Schule Kontakt zu einer Partnerschule mit Ganztagsbetrieb sucht. E-Mail- oder Briefkontakte von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern sind ebenso hilfreich wie gegenseitige Besuche oder das gemeinsame Ansehen von Filmmaterial.
- zu Beginn der „heißen“ Planungsphase in kleinen gemischten Teams bestehende Ganztagseinrichtungen zu besuchen und die Erfahrungen unter vorher vereinbarten Fragestellungen auszutauschen.
- auftretenden Problemen mit Fortbildungsangeboten aktiv zu begegnen.
Marianne Demmer
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