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| Finanzen
Ganztagsschulen erweitern nicht nur ihr pädagogisches Angebot, sie können auch neue Finanzquellen erschließen.
Schule wird zum weitaus überwiegenden Teil vom Land und der Kommune finanziert. Dazu kommen weitere „Töpfe“: Eine lange Tradition haben Förder- und Elternvereine. Ehemalige, die sich der Schule verbunden fühlen, Eltern, die der Schule ihrer Kinder unter die Arme greifen, und Firmen aus der Umgebung tragen dazu bei, dass Anschaffungen, Renovierungen und Klassenfahrten finanziert werden können. Besondere finanzielle Unterstützung bekommen Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien von der wirtschaftlichen Jugend- oder der Sozialhilfe. Therapeutische Maßnahmen und Sachaufwendungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen werden von Krankenkassen oder Integrationsämtern (früher Fürsorgestellen) finanziert. Dazu gibt es eine große Zahl von Stiftungen, die pädagogische Modellprojekte finanziell unterstützen. Die meisten Stiftungen arbeiten als so genannte operative Stiftungen, d.h. sie setzen sich selbst ein Förderziel und suchen dann schulische Partner. Dazu kommen wohltätige Stiftungen, die sich vor allem aus Spenden und Lotterien finanzieren (z.B. die Aktion Mensch). Auch die Jugendhilfe kann in die Finanzierung einbezogen werden. „Hilfen zur Erziehung“ z.B. müssen vom Jugendamt finanziert werden. Bei Maßnahmen der Jugendarbeit und der Jugendbildungsarbeit können Mittel aus der kommunalen Jugendförderung oder den Landesjugendplänen genutzt werden. Sportvereine können ihre Angebote in der Schule aus der Sportförderung finanzieren. Für Angebote an besondere Zielgruppen und Projekte gibt es spezielle, allerdings meist zeitlich befristete, Etats von den Jugend- und Bildungsministerien der Länder und dem Bund. Zu nennen sind hier Programme gegen Gewalt und Rechtsradikalismus, Angebote zur Förderung ausländischer Mädchen oder Hilfen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Die EU finanziert Schüleraustausch, Qualifizierungsprogramme im Ausland und bilaterale Begegnungen. Auch andere Ministerien und öffentliche Stellen finanzieren im Rahmen ihres Auftrags erzieherische Maßnahmen (z.B. der Gesundheitsförderung, der Sicherheit im Straßenverkehr). Die Verfügung über Geld in der Schule, die Finanzquellen sowie die Höhe der Einnahmen und Ausgaben müssen absolut transparent sein. Der Ganztagsschule angemessen ist, dass auch die Schüler/ innen in die Akquirierung und Mittelverwaltung einbezogen werden und mitbestimmen, für was wie viel ausgegeben wird. Ob neues Laborgerät angeschafft wird, eine Spülmaschine für das Lehrerzimmer oder Möbel für die Cafeteria: Das alles muss in der Schulgemeinde mit allen Beteiligten ausgehandelt werden. Keine Gruppe darf den Eindruck haben, „übers Ohr gehauen zu werden“.
Bedacht und geklärt werden sollte,
- dass aus der Pädagogik heraus definiert wird, für was man wie lange wie viel Geld braucht und nicht das Geld das Schulprogramm bestimmt.
- ob mit dem von außen kommenden Geld Erwartungen verknüpft sind, die nicht zum Profil der Schule passen.
- dass es nicht zu einer schulinternen Finanzhierarchie mit Geheimwissen, elitären Beziehungen und schwarzen Kassen kommt.
- ob es möglich ist, zusammen mit anderen Schulen, Jugendhilfeträgern und Vereinen ein Drittmittel-Büro einzurichten.
- ob finanzielle Zuwendungen an Gemeinnützigkeit gebunden sind und ob steuerrechtliche Aspekte geprüft werden müssen.
Bewährt hat sich,
- wenn es an der Schule einen Fachmann für Fragen der öffentlichen Zuschüsse, Spenden, Erbschaften und Sponsoring gibt.
- wenn der Name der Schule, ihr Programm und die besonderen Leistungen als Ganztagsschule in der Öffentlichkeit bekannt sind. Ein „Markenname für Qualität“ zieht eher Geld an als eine „graue Maus“.
Bernhard Eibeck
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