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Ferienprogramme

Die Gestaltung der Ferien stellt für einen Teil der
Ganztagsschüler ein Problem dar, um das sich die Schulen in
Kooperation mit der Jugendhilfe kümmern sollten.

Ganztagsschulen sollten sich wegen der im Verhältnis zu Halbtagsschulen größeren Rolle, die sie im Leben von Kindern und Jugendlichen spielen, auch um die Feriengestaltung ihrer Schülerinnen und Schüler kümmern – besonders wenn sie sich als Nachbarschaftsschule ihrem Stadtteil gegenüber öffnen wollen. Aus unterschiedlichen Gründen ist die Gestaltung der Schulferien für einen Teil der Kinder und Jugendlichen an Ganztagsschulen ein Problem – sei es, weil niemand Zeit für sie hat, aus finanziellen Gründen, aus Angebotsmangel, Anregungsarmut oder Langeweile.
Ganztagsschulen können sich in unterschiedlichem Umfang um die Feriengestaltung kümmern. In vielen Städten gibt es in den Schulferien Angebote der Jugendarbeit. Lehrkräfte an Ganztagsschulen sollten sich darüber informieren und sie unter ihren Schülerinnen und Schülern bekannt machen. Darüber hinaus sollten sie überlegen, ob sich dem Schulprogramm entsprechende Kooperationsmöglichkeiten ergeben und/oder geeignete schulische Räumlichkeiten und Flächen zur Verfügung gestellt werden können. Auch Schulen selbst können an bestimmten Tagen in den Ferien ein Programm anbieten – alleine oder in Kooperation mit benachbarten Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit.
In jedem Fall stellen Ferienangebote eine Bereicherung der pädagogischen Arbeit der Schule dar, die sich positiv auf das gesamte Schulklima auswirken kann.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • dass es zunächst darauf ankommt, sich einen Überblick über das vorhandene Angebot zu verschaffen und Bedarfslücken aufzudecken.
  • dass schulische Ferienangebote nur auf freiwilliger Basis angeboten werden sollten. Kinder und Jugendliche sollten in die Planung einbezogen werden.
  • dass die Grundversorgung der Kinder (Frühstück, Mittagessen, Selbstorganisation usw.) gesichert werden muss.
  • dass auch gemeinsame Aktivitäten und Projekte mit Eltern und Kindern angeboten werden sollten, um eine familienaktivierende Wirkung zu erzielen.
  • dass der Hausmeister eine zentrale Rolle spielt; er muss zur Mitwirkung motiviert werden.
  • dass Arbeitszeitregelungen und Tarifverträge des beteiligten Personals beachtet werden müssen; für die Betreuung von Ferienangeboten muss ein Ausgleich geschaffen werden.

Bewährt hat sich,

  • möglichst kostenneutrale kurzzeitpädagogische Angebote in altersgemischten Gruppen zu unterbreiten.
  • auf Stadtteilebene alle Ferienangebote zu einem integrierten Stadtteilkonzept zusammenzufassen und in einem Ferienkalender zu veröffentlichen.
  • Ausflüge in die nähere Umgebung sowie ungewöhnliche Erkundungen und Entdeckungen vor Ort anzubieten (z.B. „Ein Tag im Krankenhaus“, „Hinter den Kulissen des städtischen Betriebshofs“, eine Stadtteilrallye).
  • Kulturveranstaltungen (Filme, Konzerte) zu besuchen und Kreativprojekte (Zeitung erstellen, Stadtteilplan, Theater, Zirkus, bildende Kunst, Musik) anzubieten.
  • Kurse einzurichten, bei denen bestimmte Fähigkeiten erworben und zertifiziert werden (z.B. PC-Führerschein, Kochkurse, Fahrradreparatur, Klettern, Mediatorenausbildung, Gitarrenworkshop, Sanitätsausbildung, Nachhilfe geben).
  • Schulhofverschönerungen gegen Taschengeld durchzuführen. Hierfür müssen Sponsoren gefunden werden.

Peter Balnis

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