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Evaluation

Evaluation ist die notwendige Plattform, von der aus
die Entwicklung Schritt für Schritt weitergeht.

„Evaluation ist eine Sammlung […] und Interpretation von Informationen über schulische Arbeit. Sie hat das Ziel, zu gesicherten Beschreibungen zu kommen, Bewertungen nach klaren Kriterien durchzuführen und Entscheidungen über die Weiterentwicklung dieser Arbeit zu treffen.“ (nach C. Burkhard/G. Eikenbusch)
Es gibt vielfältige Bereiche in der Ganztagsschule, die evaluiert werden können und sollten. Hierzu zählen insbesondere bei offenen Ganztagsschulen die Zufriedenheit mit dem Freizeit- und AG-Angebot, die Verzahnung von Vor- und Nachmittag, das Mittagessenangebot, die Pausenregelung und die Qualität der Hausaufgaben. Im Rahmen der Evaluation können Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern und z.B. die Mitarbeiter/innen der freien Träger befragt werden. Neben Interviews und Fragebögen gibt es aber auch weitere Informationsquellen für eine Evaluation. So können z.B. Daten über Fehlzeiten von Schülerinnen und Schülern in AGs bzw. die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die offene Angebote besuchen, berücksichtigt werden. Darüber hinaus lassen sich z.B. Statistiken über Häufigkeit und Umfang von Krankmeldungen der pädagogischen Fachkräfte hinzuziehen. Eine Ausstellung von Arbeitsergebnissen aus Projekten kann ebenso zur Evaluation benutzt werden wie Zeichnungen von Schülerinnen und Schülern zu einer Frage wie „Wo hältst du dich in der Mittagszeit am liebsten in der Schule auf?“. Die Evaluation ist Teil eines Kreislaufs, der fester Bestandteil des Schulentwicklungsprozesses ist.
Im Rahmen von Evaluationen werden drei Fehler häufig begangen, die sehr entmutigend sind: 1.) Die Fragestellung ist zu umfassend bzw. nicht genügend präzisiert. 2.) Die Instrumente werden nicht auf die Möglichkeiten der Ganztagsschule abgestimmt: Die Befragung aller Eltern einer Schule mit 1.200 Schülerinnen und Schülern mit einem 20-seitigen Fragebogen ist mit schulinternen Ressourcen kaum auszuwerten. 3.) Die Evaluation wird als singuläres Ereignis, als eine Art Pflichterfüllung verstanden und nicht für die Weiterentwicklung der Schule genutzt.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • zu welchem Bereich welche Informationen wann gebraucht werden.
  • wer entscheidet was evaluiert wird, wer die Evaluation durchführt und was mit den Ergebnissen geschehen soll.
  • wie die Evaluation mit dem Entwicklungsprozess der Schule und ihres Ganztagsbetriebs verzahnt ist.
  • wie mit Ängsten und Widerständen konstruktiv umgegangen werden kann.
  • ob es eine Möglichkeit gibt, die Evaluation von Außenstehenden durchführen zu lassen.

Bewährt hat sich,

  • bei der Evaluation auf Transparenz zu achten. Alle Beteiligten und Betroffenen sollten sich gut informiert fühlen.
  • das Evaluationsfeld sehr genau abzustecken und so konkret wie möglich zu sein. Auf die Fragestellung bezogen ist hier weniger oft mehr.
  • das Erkenntnisinteresse sehr genau zu formulieren und es mit den Instrumenten, den schulischen Möglichkeiten und der zur Verfügung stehenden Zeit abzustimmen.
  • zeitnah auszuwerten, damit die Informationen in der aktuellen Weiterentwicklung genutzt werden können.
  • die gewonnen Informationen behutsam zu interpretieren, weil es darum geht, einen Bereich mit den Beteiligten weiterzuentwickeln.
  • aus der abgeschlossenen Evaluation heraus die nächsten Evaluationsschritte konkret zu planen.
  • Ergebnisse, Instrumente und Erfahrungen zu sichern. Sie sollten unter Umständen für eine erneute Evaluation des gleichen Bereichs zur Verfügung stehen.

Manuela Heerdegen/Katrin Höhmann


Links, Literatur und best practice

Burkard, Christoph/Eikenbusch, Gerhard: Praxishandbuch Evaluation in der Schule. Berlin 2000

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