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Cafeteria

Wo Menschen leben und lernen brauchen sie auch etwas
zu essen und zu trinken – nicht nur zur Mittagszeit.

Mit leerem Bauch und durstiger Kehle lässt sich schlecht lernen. Das klassische deutsche Schulbrot ist für Ganztagsschulen unzureichend. Ganztagsschulen brauchen den ganzen Tag über ein Angebot an frischen Imbissen und Getränken.
Die Cafeteria an Ganztagsschulen sollte so gestaltet sein, dass sie ihren vielfältigen Funktionen gerecht werden kann: Sie sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche überhaupt regelmäßig etwas essen und vor allem trinken können. Darin liegt ihr wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Ernährungssituation und zur Schaffung von Grundvoraussetzungen für ganztägiges Lernen. Sie kann Anregungen für eine gesunde Ernährung geben, indem sie mit Obst, Rohkost, Milch und Vollwertprodukten Akzente setzt. Dieser Beitrag ist umso wirksamer, je früher er einsetzt und je stärker er mit anderen Maßnahmen der Ernährungserziehung verknüpft ist. Die Cafeteria ist ein Ort der Geselligkeit und Begegnung, wo sich die SchülerInnen jahrgangsübergreifend treffen, Lehrerkräfte und Schüler/innen außerhalb des Unterrichtes begegnen und wo Lehrer/innen und Eltern gemeinsam eine Tasse Kaffee trinken können. Sie ist oft eine erste Anlaufstelle bei Alltagssorgen – seien es finanzielle Schwierigkeiten, Mängel an Zuwendung, Alleinsein oder eine unzureichende familiäre Versorgung.

Bedacht und geklärt werden sollte,

  • dass die Öffnungszeiten sorgfältig geplant werden müssen. Es macht Sinn, wenn die Cafeteria bereits eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn geöffnet ist und ein Frühstück anbietet. Eine durchgängige Öffnung bis in den frühen Nachmittag hinein ist wichtig, damit sie in Freistunden von Lehrkräften und älteren Schüler/innen genutzt werden kann.
  • dass das Angebot von den Kindern und Jugendlichen angenommen werden muss; die gesündesten Speisen nützen wenig, wenn sie nicht gekauft oder nicht gegessen werden.
  • dass auch eine Cafeteria an der Schule sich finanziell rechnen muss. Sie muss betriebswirtschaftlich durchkalkuliert sein und Gewinne erwirtschaften, damit u.a. das Personal bezahlt werden kann. Steuerberater und Eltern mit kaufmännischer Erfahrung sollten in die Planung einbezogen werden.
  • dass eine Cafeteria ab einer bestimmten Größenordnung (ca. 300 Schüler) nur schwer ehrenamtlich zu bewirtschaften ist. Sie braucht qualifiziertes Personal. Die Angestellten sollten Kinder und Jugendliche mögen sowie durchgängig freundlich und fachlich kompetent sein. Ihre Arbeitsverhältnisse müssen tarifvertraglich abgesichert sein.
  • dass geprüft werden muss, ob ein kostenloses Getränkeangebot (Wasser oder Tee) bereitgestellt werden kann.

Bewährt hat sich,

  • Fördervereine als Träger einzusetzen.
  • Mensa und Cafeteria gemeinsam zu bewirtschaften, damit Gewinne aus der Cafeteria in die Subventionierung einer preiswerten Mittagsmahlzeit fließen können.
  • das Speisen- und Getränkeangebot breit zu fächern und es an den Bedürfnissen und Essgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen zu orientieren.
  • bei der Preisgestaltung Akzente zu setzen (z.B. Obst günstig und
    Süßigkeiten teurer zu verkaufen).
  • die Räumlichkeiten ansprechend zu gestalten und Bilder und
    andere Produkte aus dem Kunstunterricht auszustellen.
  • die Cafeteria als Infobörse zu nutzen.
  • Mütter von SchülerInnen als Personal einzustellen.
  • die Cafeteria auch für Lehrkräfte attraktiv zu machen (z.B. Espresso-Maschine).

Peter Balnis

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