
![]() | Architektur Räume und Landschaften sind wesentliche Miterzieher. Gegen eine sich ausweitende Verschulung allen Lernens in oft heruntergekommenen, stillosen Schulhäusern ist zu halten: Lernen kannst du überall! Lernen ist nicht per se an bestimmte Räume gebunden. Die Lebensorte sind oft die besseren Lernorte. Der natürliche Bach wird von den meisten Kindern als attraktiver und herausfordernder für entdeckende Erkundungen empfunden als das Wasser im Reagenzglas. Wenn möglichst viel Belehrung durch Erfahrung ersetzt werden soll, braucht es Erfahrungsräume, die mit kahl-kalten Schulräumen wenig zu tun haben. Darum war und ist die Öffnung von Schule in lernrelevante Lebensräume hinein ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung von Schule. Das Lernen an außerschulischen Lernorten ist daher schon immer ein Qualitätsmerkmal der unterschiedlichen reformpädagogischen Ansätze gewesen. Gleichwohl findet das meiste schulische Lernen im Schulhaus statt. Die Architektur des Gebäudes hat daher großen Einfluss darauf, wie schulisches Lernen erlebt wird. Räume sind die „Dritte Haut“. Sie haben nachhaltige Auswirkungen auf das Lebens- und Lerngefühl. Ästhetik ist ein Schutz vor Gewalt. Insbesondere im Kontext von Ganztagsschulen ist darauf zu achten, dass die Kasernierung von Leben und Lernen nicht noch ausgeweitet wird. Die Architektur des Gebäudes und die der Lernlandschaften sollten die wichtigen Grundbedürfnisse berücksichtigen: das Gefühl behaust zu sein, also eine Heimat zu haben; das Bedürfnis nach Stille, Ruhe und Muße und danach, Lärm schlagen zu dürfen. Für Kinder und Jugendliche sind Bewegung und Geselligkeit ebenso wichtig wie die Möglichkeit, Dinge kreativ zu gestalten und die Ergebnisse eines Gestaltungsprozesses präsentieren zu können. Berücksichtigt werden muss weiterhin das Bedürfnis, Natur erleben zu dürfen. Kinder und Jugendliche müssen sich verstecken und in Wildnisse zurückziehen können. Sie müssen die Möglichkeit haben, die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft zu erleben. Außerdem haben sie ein generelles Bedürfnis nach Schönheit und kultiviertem Speisen. Die Gewähr für die Befriedigungsmöglichkeit solcher Grundbedürfnisse ist wichtiger als die Erfüllung von Funktionsrichtlinien, in denen die Lernenden weitgehend als passive Rezeptionswesen gesehen werden. Bedacht und geklärt werden sollte,
Bewährt hat sich,
Otto Herz Links, Literatur und best practice Dreier, Anette / Kucharz, Diemut / Ramseger, Jörg / Sörensen, Bernd: Grundschulen planen, bauen, neu gestalten. Frankfurt/M. 1999 Maurer, Urs/Maurer, Allen: Pädagogische Anforderung an den Volksschulbau. Literaturrecherche und Kriterienkatalog, Zürich 2003 www.standderdinge.ch Die Seite „Schulhausbau. Der Stand der Dinge“ der Stadt Zürich Über die Suchfunktion finden Sie unter dem Stichwort „Architektur“ zahlreiche Links zum Thema. | |||||
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