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| Arbeitsbedingungen
Ganztagsschulen bieten bessere zeitliche Bedingungen für die Gestaltung pädagogischer Prozesse. Der veränderten Arbeit von Lehrkräften müssen sie mit veränderten Arbeitsbedingungen begegnen.
Im Gegensatz zu den Schülerinnen und Schülern verbringen Lehrkräfte nicht immer den gesamten Tag in der Schule. Trotzdem sollte es für sie einen vernünftig gestalteten Platz zum Arbeiten geben. Dass nicht überall gleich die optimalen Bedingungen eingerichtet werden können, sollte kein Totschlagargument gegen den Ganztagsbetrieb sein. Dennoch: gesunde Beleuchtungssysteme, Raumklima, Farbgestaltung, sanitäre Einrichtungen und Verpflegungsmöglichkeiten gewinnen im Ganztagsbetrieb für alle Beteiligten einen völlig anderen Stellenwert als in der Halbtagsschule. Entscheidend für eine produktive Auseinandersetzung mit den Arbeitsbedingungen ist jedoch das Bild, das wir von unserer Aufgabe haben. Die Halbtagsschule ist eine Kommunikationsbeschränkungs- Anstalt. Die Ganztagsschule hingegen schafft die zeitlichen Bedingungen für gelingende Kommunikation und pädagogische Prozesse, die den Schüler/innen zugute kommen und den Lehrkräften helfen, ein befriedigenderes Verhältnis zu ihrer Berufsrolle zu gewinnen.
Bedacht und geklärt werden sollte,
- dass Ganztagsschulen genügend Zeit für Gespräche zwischen Lehrkräften und Schüler/innen, Kolleginnen und Kollegen sowie zwischen Schülerinnen und Schülern vorsehen sollten (z.B. Offene Schule Waldau).
- dass für solche Gespräche und für Phasen der Selbstbeschäftigung ausreichend Raum und Nischen benötigt werden.
- dass es für Lehrkräfte einen Raum für Ruhepausen gibt, die diesen Namen verdienen. Das kann ein Ruheraum pro Team, aber auch ein allgemeiner Ruheraum sein, in dem z.B. fünf bis sechs Lehrkräfte eines 50-köpfigen Kollegiums auch mal zur gleichen Zeit die Beine hochlegen und entspannen können.
- dass große „Zeitlöcher“ für die Lehrkräfte nach Möglichkeit vermieden werden sollten. Wer z.B. nur am frühen Vormittag ein paar Stunden hat, dem sollte an diesem Tag auch der Nachmittag frei gehalten werden. Ist dies nicht umsetzbar, können z.B. für das Folgeschuljahr Plan-„Privilegien“ vereinbart werden.
Bewährt hat sich,
- ein Teamzimmer-Grundmodell bei Schulen zu verwenden, die sich die Jahrgangsteam-Idee zu Eigen machen. Je nach Zahl der Klassen im Jahrgang können sich etwa sechs bis vierzehn Lehrkräfte ein Teamzimmer teilen.
- dass die Lehrer- oder Teamzimmer mit PCs und Internetanschluss (per Passwort für alle nutzbar), Arbeitsplätzen oder Arbeitsecken, Telefonanschluss sowie genügend Ablageregalen ausgestattet sind.
- genügend Räume oder auch Raumnischen einzurichten, damit die notwendigen Gespräche in Ruhe stattfinden können. Mobile Paravents oder Pflanzenarrangements, die größere Räume teilen bzw. verkleinern, können da schon viel bewirken.
- eine AG zu bilden, an der auch Expertinnen und Experten unter den Eltern sowie Schülerinnen und Schüler beteiligt werden. Diese AG kann Kontakte mit Berufsgenossenschaften, Kammern, dem Personalrat der Kommune oder einem Unternehmensbetriebsrat herstellen. Praktiker/innen vor Ort, die sich mit Schutz- und Qualitätsvorschriften auskennen, sind oft hilfreicher als Grundsatzdebatten.
Achim Albrecht
Links, Literatur und best practice
www.osw-online.de (Internetseite der Offenen Schule Kassel-Waldau)
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